Fachwissen Reinraumbekleidung

Schutzkleidungsmaterialien


Materialien für Reinraumbekleidung

Zunächst muss hier zwischen Einweg- und Mehrwegbekleidung unterschieden werden.

Einwegbekleidung besteht in der Regel aus drei verschiedenen Materialstrukturen, SMS, Mikroporöser Film und Dupont™ Tyvek®. Varianten dieser drei Grundmaterialien
(z.B. SMMS oder SMMMS) sind ebenfalls auf dem Markt erhältlich.



SMS – Spunbond-Meltblown-Spunbond

Dieses Material besteht aus zwei Schichten Polypropylen (PP)-Spinnvlies mit einer Zwischenschicht aus sehr dünnen schmelzgeblasenen PP-Fasern (Meltblown). Letztere bildet die eigentliche Barriereschicht und weist in der Regel eine Stärke von 0,1 mm auf. Das Meltblown-Material verfügt über verhältnismäßig große Poren und bietet eine hohe Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit. Als Partikelbarriere im Reinraum ist dieses Material daher eher weniger geeignet.

 

Mikroporöser Film (MPF)

Als Trägermaterial dient in der Regel ein PP-Spinnvlies, auf dem eine Polyethylen-(PE)-Folie aufgebracht wird. Die PE-Folie verfügt über mikroskopisch feine Poren und dient als Barriereschicht.
Die Schichtstärke der PE-Folie ist je nach Anbieter unterschiedlich, in der Regel aber im Hundertstel Millimeterbereich. Die mechanische Belastbarkeit (Abriebbeständigkeit) ist daher eher gering, die Atmungsaktivität ebenfalls. Um letztere zu verbessern, gibt es in diesem Bereich auch Bekleidung aus verschiedenen Materialien – die sofern es sich um geprüfte Schutzkleidung handelt – dann als partieller Schutz angeboten werden.

 

Dupont™ Tyvek®

Tyvek-Material besteht sehr fein versponnenen Poyethylen-Endlosfasern aus hochwertigem HD-PE, die durch Druck und Wärme zu einer Art Vliesmaterial verdichtet werden. Durch das Verfahren ist das Material widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen (Abriebbeständigkeit, Reiß- und Weiterreißfestigkeit), bildet eine sehr gute Partikelbarriere, ist fusselarm und bietet durch die materialbedingte Struktur eine gute Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit. Dies sorgt für einen hohen Tragekomfort. Gleichzeitig besitzt das Material einen guten Schutz gegenüber wasserlöslichen anorganischen Chemikalien, Zytostatika, etc.

 

Mehrwegbekleidung

Mehrwegbekleidung besteht zum überwiegenden Teil aus gewebtem Polyester, fein versponnenen Poyethylen-Endlosfaser oder einem Mix mit integrierten Karbonkernen. Aufgrund des Webprozesses besitzt Mehrwegbekleidung eine größere Porengröße. Dies bietet einen höheren Tragekomfort und einen geringeren Wasserdampfdurchgangswiderstand, allerdings verschlechtert sich dadurch auch das Partikelrückhaltevermögen. Aus diesem Grund wird Mehrwegbekleidung normalerweise als Bekleidungskonzept mit Reinraumunterbekleidung angeboten, bei dem die Unterbekleidung als zusätzliche "Filtrationsschicht" eingesetzt.
Durch die notwendigen Wasch- und Sterilisationszyklen wird das Material geschwächt und überlebt in der Realität selten mehr als 30 - 50 Aufbereitungszyklen. Angebote mit 80 - 100 Zyklen sollten daher kritisch hinterfragt werden. 
 

Reinraumkleidung vs. Schutzkleidung

Aktuell handelt es sich bei der auf dem Markt angebotenen Reinraum-Mehrwegbekleidung nicht um zertifizierte Chemikalienschutzkleidung.
Der Einsatz beim Umgang mit toxischen und oder biologischen Arbeitsstoffen ist daher ohne weitere zumindest partielle Schutzkleidung rechtlich nicht zulässig. 

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