Die Auswahl der geeigneten Schutzkleidung, der passenden Schutzhandschuhe und des Atemschutzes ist von vielen Faktoren abhängig.
Schritte bei der Auswahl von Chemikalienschutzkleidung
1. Gefahrstoffe identifizieren
- Welche Chemikalien werden eingesetzt ?
- In welcher Konzentration liegen sie vor ?
- Werden Mischungen verwendet ?
- In welcher physikalische Form liegt der Gefahrstoff vor:
- Flüssigkeit
- Gas
- Dampf
- Aerosol
- Pulver
Grundlage sind meist die Sicherheitsdatenblätter (SDB).
2. Gefährdung beurteilen
- Wie gefährlich ist der Stoff ?
- Welche Gesundheitsgefahren bestehen:
- reizend ?
- giftig ?
- ätzend ?
- krebserzeugend ? - Wie lange ist der Mitarbeiter exponiert?
- Wie intensiv kann der Kontakt zum Gefahrstoff sein?
Dabei betrachtet man auch mögliche Notfallsituationen wie Leckagen oder Spritzer.
3. Expositionsweg bestimmen
Entscheidend ist, wie der Gefahrstoff auf den Menschen wirken kann:
- Hautkontakt ?
- Spritzer auf Augen/Gesicht ?
- Einatmen von Dämpfen oder Gasen ?
- Ganzkörperkontamination ?
Davon hängt ab, welche Schutzkleidung erforderlich ist.
4. Schutzkategorie und Schutztyp festlegen
Bei Chemikalienschutzkleidung handelt es sich immer um Produkte der höchsten Kategorie III zum Schutz vor tödlichen bzw. irreversiblen Schäden.
- Typ 1: gasdicht
- Typ 2: nicht gasdicht (faktisch nicht vorhanden auf dem Markt)
- Typ 3: Schutz gegen Flüssigkeitsstrahlen
- Typ 4: Schutz gegen Sprühnebel
- Typ 5: Schutz gegen Partikel
- Typ 6: begrenzter Schutz gegen leichte Spritzer
Die Auswahl richtet sich nach dem Risiko und der Exposition.
5. Geeignetes Schutzmaterial auswählen
Nicht jedes Schutzkleidungs- oder Handschuhmaterial schützt gegen jede Chemikalie.
Wichtige Kriterien z.B. bei der Schutzkleidung:
- Permeationszeiten
- mechanische Belastbarkleit des Materials
- Bewegungsfreiheit
- Tragekomfort
- Hitzebelastung
- Kombination mit weiterer PSA
- ggfs. Schutz vor biologischen Arbeitsstoffen
6. Prüfung der vom Produkt erfüllten Normen und Zertifikationen
- Konformitätserklärung
- ggfs. Baumuster-Prüfbescheinigung
- Prüfberichte
7. Anprobe und Praxistest durchführen
Vor dem Einsatz sollte geprüft werden:
- richtige Größe
- Dichtigkeit
- Kompatibilität mit anderer Ausrüstung
- Einschränkungen bei der Arbeit
8. Unterweisung der Beschäftigten
Mitarbeiter müssen geschult werden:
- richtiges An- und Ausziehen
- Dekontamination
- Lagerung
- Entsorgung
- Verhalten im Notfall
Fehler beim Ausziehen sind eine häufige Kontaminationsquelle.
Bei Kategorie III Produkten ist eine jährliche, praktische Unterweisung notwendig.
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